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Warum Dir interkulturelles Wissen Türen öffnet.


Gosia Von Styp
Warum Dir interkulturelles Wissen Türen...
“Viele Unternehmensverantwortliche benehmen sich wie im Liegestuhl auf der Titanic. Sie denken, sie könnten diesen radikalen Veränderungen, die auf sie zukommen, ohne radikale Veränderung des eigenen Unternehmens, entgehen.

— DIE STILLE REVOLUTION.

WIE WÜRDEST DU ARBEITEN, WENN DU DICH NEU ERFINDEN WÜRDEST?


Was für eine kraftvolle Frage.

Die Welt wird immer kleiner, die Globalisierung schreitet voran.

“Der Begriff Globalisierung bezeichnet den Vorgang, dass internationale Verflechtungen in vielen Bereichen (Wirtschaft, Politik, Kultur, Umwelt, Kommunikation) zunehmen, und zwar zwischen Individuen, Gesellschaften, Institutionen und Staaten.”
— WIKIPEDIA

Um zu verstehen wie die Globalisierung sich in den letzten Jahren entwickelt hat, verlinke ich Dir hier den Globalisierungsindex der KOF, der Konjunkturforschungsstelle Zürich, die die Entwicklung der Globalisierung bildlich darstellt. 


Du kannst Dir dort die Entwicklung von 1970 bis 2015 genau ansehen. 

Je blauer die Welt, umso globaler.

Du und ich sind also immer mehr vernetzt und der Austausch mit unterschiedlichen Kulturen wird immer automatischer. 

Deshalb ist meiner Meinung nach kulturelles Wissen ein wichtiger Teil, der in die radikale Veränderung der Unternehmen hineingehört.

Wenn Missverständnisse oder Konflikte in Unternehmen, Abteilungen oder Teams auftreten, denken wir zuerst, dass es an dem Menschen liegt. Wir hinterfragen dabei selten, ob es an den Unterschieden in der Kultur liegen könnte.

Wir denken generell zu viel in Schubladen und Klassifizierungen und haben für alles ein passendes Vorurteil im Kopf.

Dieser Beitrag hat nicht nur das Ziel, Dir fachliches Wissen zu vermitteln, sondern ich möchte Dir auch von meinen eigenen Erfahrungen aus meinem Leadership Repertoire erzählen.


Dazu möchte ich Dir zuerst ein Beispiel aus der Albatros Kultur zeigen.

Schau Dir dieses 2 Minuten Video an und Du wirst verstehen, wie schnell wir Urteile fällen.

Interkulturelle Herausforderungen werden in Unternehmen nicht immer als solche erkannt.

Die interkulturelle Kompetenz zu stärken ist eine wundervolle Sache und kann zur einer positiven Veränderung in Deinem Team, Deiner Abteilung oder Deinem Unternehmen beitragen.


Das Wissen über die unterschiedlichen Kulturen, mit denen Du als Führungskraft zu tun hast, ist ein wichtiger Teil.

Doch was auch ein wesentlicher Teil Deines Wissens sein sollte, ist das Wissen über DEINE Kultur.

WARUM?

  • Dein Wissen und Dein Bewusstsein über die eigene Kultur, lässt Dich flexibler, offener und entspannter mit den typischen Eigenschaften Deiner Kultur umgehen.
  • Du bist offen für das Fremde oder Ungewohnte und bist bereit, das Ungewohnte als anders zu akzeptieren.
  • Du kannst das Ungewohnte und das was es sein könnte, besser wahrnehmen. Damit erkennst Du auch andere Alternativen und Perspektiven an. Du bist fähig, Missverständnisse frühzeitig zu erkennen und somit Konflikten vorzubeugen und sie zu bewältigen.
  • Du kannst viel menschlicher auf Unterschiede eingehen, verstehst das Verhalten in der Tiefe und GENAU DAS schafft eine neue Kultur – die INTERKULTUR. 
  • Das ist die Stärke der interkulturellen Führung. Beide Kulturen in Verhandlungen, Konflikten oder Missverständnissen richtig einzusetzen.

Widmen wir uns der deutschen Kultur.


Nach dem 5D Model von Hofstede hat die deutsche Kultur folgende Eigenschaften:


  • Der Fokus liegt mehr auf Individualität und dem ICH Bewusstsein.
  • Die eigene Meinung zählt und wir fühlen uns eher für uns selbst verantwortlich, als anderen Gruppen (wie Gesellschaft oder Familie) gegenüber. 
  • Die deutsche Kultur liebt Regeln mehr als Flexibilität. Wenn hier jemand aus der Reihe tanzt und den Müll nicht richtig trennt oder die Spur nicht einhält, dann fällt er auf. Für die deutsche Kultur ist dieses Verhalten anders und wird schnell kategorisiert.
  • In der deutschen Kultur ist die Hierarchie flach. Sie bietet Freiheit, Unabhängigkeit und gleiche Rechte für alle.
  • Die Männlichkeit der Kultur ist eher hoch. Das bedeutet wir sind  entscheidungsfreudig, wettbewerb-und leistungsorientiert. Sie hat den Drang zu Übertreffen und Ergebnisse zu liefern.
  • Die Kommunikation findet in klarer Sprache statt und vermittelt viel Inhalt. Dabei wird wenig über Körpersprache oder Gestik kommuniziert.
  • In der deutschen Kultur neigt man zur Konfliktorientierung anstatt zu Harmonie.

Mein Mentor hatte die deutsche Kultur immer mit einem perfekt laufenden Motor verglichen. 

Alles passt, jedes Rädchen ist aufeinander abgestimmt und funktioniert, hält Jahre und bietet Qualität.

Die deutsche Kultur ist von der Industrialisierung geprägt. 

  • MADE IN GERMANY ist einfach ein ganz klares Zeichen für Qualität.
  • Die DEUTSCHE PÜNKTLICHKEIT ist weltbekannt.

Audi, BMW, Mercedes, Miele, Lufthansa und so weiter sind ganz eindeutige Resultate der deutschen ‚Motor‘-Kultur. 😉

Auch in der deutschen Werbeindustrie wird weitaus mehr mit überzeugenden Inhalten und der Funktionalität eines Produktes überzeugt, als mit Emotionen. 


Hier möchte ich Dir einen Konflikt beschreiben, bei dem ich selbst dabei war und der ein gutes Beispiel darstellt, wie die Kulturen sich missverstehen können.

Betroffen waren eine deutsche Mitarbeiterin und eine rumänische Mitarbeiterin.

Die Situation war folgende:

Die deutsche Mitarbeiterin ist sehr zahlen- und resultataffin und war im Bereich Buchhaltung und Personalwesen verantwortlich.

Die rumänische Mitarbeiterin ist ein Produkt-und Verkaufscaoch im Unternehmen.

Die deutsche Mitarbeiterin wollte immer das Beste für das Unternehmen und sprach Fehler und mögliche Fehlerquellen sofort und in einer direkten Weise bei jedem Mitarbeiter an.

Für sie war das ganz normal, Fehler direkt aufzuzeigen, da Fehler in ihrer Kultur kein gutes Gefühl hinterlassen. Sie wollte mit ihrem Verhalten einfach nur den Mitarbeitern und Kollegen helfen um alles richtig zu machen.

Die rumänische Mitarbeiterin fühlte sich für das Team verantwortlich und empfand es als ungerecht, Fehler so direkt anzusprechen. In ihrem Verständnis dürften Fehler Raum haben und der gesamte Ablauf sollte doch bitte etwas menschlicher und teamorientierter ablaufen.

Da keine klare Kommunikation zwischen den beiden Parteien stattgefunden hat, ging es von einer schnippischen Art bis zur richtigen Explosion über und ich als Vorgesetzte mittendrin.

WAS PASSIERTE:

Beide Führungskräfte hatten nicht nur andere Führungsverantwortungen, sondern kamen zusätzlich aus verschiedenen Kulturen.

Die rumänische Mitarbeiterin konnte ihre Emotionen nicht bremsen. Sie wurde laut und ihre Körpersprache war aggressiv. 

Die deutsche Mitarbeiterin wiederum konnte das gar nicht verstehen und war schockiert über diese Emotionen.

Die rumänische Mitarbeiterin hatte in ihrer Kultur eine hohe Machtdistanz und war somit sehr dominant.

Die deutsche Mitarbeiterin versuchte ihrerseits mit Inhalt die Situation zu retten, was jedoch kein Gehör fand. 

Die deutsche Mitarbeiterin wollte die Resultate optimieren und die rumänische Mitarbeiterin wollte sich für ihr Team, die sogenannte Familie, einsetzten und diese beschützen. 

Keiner wollte in dieser Situation loslassen.


WAS KANNST DU TUN?


Dieser Konflikt basierte für mich offensichtlich auf kulturellen Unterschieden.

Den Teil, den ich beitragen konnte, war beiden Parteien zu erklären, warum sie sich so missverstanden haben:

Das die Emotion in den romanischen Ländern Europas ist stärker ausgeprägt, als in der deutschen Kultur. 

Das die zu extreme Emotion blockierte sie und deshalb sie haben sie sich nicht mehr zugehört.

Das Fehler in der deutschen Kultur ein ungutes Gefühl erzeugen und nicht in die deutsche Arbeitsweise passen.

Das die deutsche Kultur sehr Lösungsorientiert ist und Lösungen vor  Beziehungen gestellt werden.

Das in der deutschen Kultur das ‚Ich – Bewusstsein‘ ausgeprägter ist als in der rumänischen Kultur das `Wir – Bewusstsein´.

Mein Tipp: Die 10 Minuten Regel.
Jede Partei hat 10 Minuten und darf reden ohne dabei unterbrochen zu werden. Beide Parteien versprechen sich gegenseitig wirklich zuzuhören.


WAS IST DANN PASSIERT?

Wie ich immer sage, in Deiner größten Angst liegt Dein größtes Potenzial.

Beide Mädels haben sich ausgesprochen, beide Perspektiven zugelassen und sind heute Freunde, die sich mit ihren Stärken und Schwächen ergänzen und sich zu 100% aufeinander verlassen können.


Doch bis es soweit ist, liebe Führungskraft, darfst Du Dein interkulturelles  Wissen ausbauen und die Energie investieren, diese Verhandlungen, Missverständnisse oder Konflikte lösen zu wollen.

Es ist ein Prozess.


FAZIT.


Löse Dich von Deinen alten Denkmustern.

Arbeite an Dir und Deinen Kompetenzen.

Weniger Know-how, mehr Know-Why für alle in Teams, Abteilungen und Unternehmen.


VIEL SPAß und Erfolg!
Wenn Du Unterstützung brauchst oder Fragen hast, dann lass es mich wissen.

Ich freue mich auf nächste Woche.

Cheers,

Deine Gosia

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