Was du über die unterschiedlichen Arten der Motivation wissen solltest.


Gosia Von Styp
Was du über die unterschiedlichen Arten der...

DIE ARTEN DER MOTIVATION 

„NICHT DEN BERG BEZWINGEN WIR, SONDERN UNS SELBST!“

(Sir Edmund Hillary)

 

Ich bin nicht motiviert.

Ich werde nicht motiviert und bin lustlos.

Ich werde nicht anerkannt und mein Chef ist doof.

VERSUS

Ich bin total motiviert!

Ich liebe was ich tue!

Ich liebe neue Erfahrungen zu sammeln!

MOTIVATION IST IN UNSEREM WORTSCHATZ ZWAR SELBSTVERSTÄNDLICH, DOCH WEISST DU, WAS ALLES DARIN VERBORGEN LIEGT?

Motivation hat viele Facetten und kann bis in die Tiefen analysiert werden.

Dieser Beitrag fokussiert sich auf die Basis und möchte Dir einen verständlichen Einstieg bieten. 

 

Schauen wir uns zuerst gemeinsam die allgemeine Definition laut Wikipedia an:

“Motivation bezeichnet die Gesamtheit aller Motive (Beweggründe), die zur Handlungsbereitschaft führen, das heißt das auf emotionaler und neuronaler Aktivität beruhende Streben des Menschen nach Zielen oder wünschenswerten Zielobjekten.”

Somit dreht sich alles, was mit Motivation zu tun hat, um das Handeln und den Beweggrund um das individuell angestrebte Ziel zu erreichen.

Wenn ich mit meinen Mitarbeitern spreche und sie frage, was sie im Beruf motiviert und/oder demotiviert, bekomme ich meist folgende Antworten:

MOTIVATION

  1. Vertrauen

  2. Offene Atmosphäre

  3. Wertschätzung (auf menschlicher und fachlicher Ebene)

  4. Konstruktives Feedback

  5. Wachstumsmöglichkeiten

  6. Transparenz

  7. Empathisches Team

  8. Zuhören

DEMOTIVATION

  1. Misstrauen

  2. Druck und ausschließlich auf das Ergebnis ausgerichtete Führung

  3. Fehlende Kommunikation

  4. Versprechen, die nicht eingehalten werden

  5. Stillstand

  6. Kontrolle in Verbindung mit Misstrauen

  7. Ignoranz

All diese Faktoren haben unterschiedliche Ursprünge und nachdem Du diesen Beitrag gelesen hast, wirst Du: 

  • Über die verschiedenen Arten der Motivation informiert sein.
  • Den Unterschied zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation kennen.
  • Erfahren, wie Du deine eigenen Motive analysieren kannst.
  • Wissen, wie du langfristig motiviert bleibst.

Generell lässt sich die Motivation in sechs unterschiedliche Arten unterteilen, die Dir dieser Beitrag näher bringen wird, doch die intrinsische und extrinsische Motivation sind heute unsere Hauptdarsteller.

Bevor wir dazu kommen, gehe ich kurz auf die vier anderen Arten ein.

1. PRIMÄRE MOTIVATION

Primäre Motive sind angeborene und biologische Bedürfnisse, die jeder Menschen besitzt. Diese Motive, wie zum Beispiel Hunger, Durst, Schlafbedürfnis, optimale Körpertemperatur, Licht und Luft, sichern unser Überleben. Wenn Du diese Bedürfnisse nicht befriedigst, werden Mangelerscheinungen auftreten und das kann schlimme Folgen haben.


2. SEKUNDÄRE MOTIVATION

Sekundäre Motive sind erlernte Motive.

Diese bilden sich in deiner Kindheit, in deinem Umfeld, in zwischenmenschlichen Beziehungen, durch deine Erziehung und deine persönlichen Erfahrungen. Beispiele dafür sind das Verlangen nach Anerkennung, Erfolg, Leistung, Sicherheit, Wohlstand und Macht.

Wenn einer oder sogar mehrere dieser Motive nicht erfüllt sind, befindest Du dich in einem persönlichen Ungleichgewicht und fühlst dich nicht zu 100% im Einklang mit dir selbst.

Die Gewichtung einzelner Motive erfolgt bei jedem Menschen ganz individuell, da jeder von uns seinen persönlichen Hintergrund und Werdegang hat.


3. BEWUSSTE  MOTIVATION

Hier bist Du dir über deine Motive ganz genau im Klaren. Du weißt, warum Du eine Handlung ausführst und welches Ziel Du damit erreichen willst. 


4. UNBEWUSSTE MOTIVATION

Oft denken wir, dass wir uns unserer Handlungen vollkommen bewusst sind und als ein intelligentes Wesen unsere Entscheidungen selbst treffen.

Doch warum führen wir dann zuweilen Handlungen aus, die uns schaden?

Einige trinken zuviel Alkohol, rauchen oder essen zuviel, fahren zu schnell Auto oder begeben sich in gefährliche und sogar lebensgefährliche Situationen.

Aber warum tun wir das? Hier kommt Siegmund Freud ins Spiel.

Er hat unbewusste Motive als Handlungsursache erfasst. Laut Freud ist der größte Teil des menschlichen Handelns durch ebendiese unbewussten Motive gesteuert, die in der Kindheit entstanden, aber die dem Erwachsenen nicht direkt bewusst sind. 


Jetzt wird es interessant … kommen wir zu den zwei Hauptdarstellern:


5. WAS BEDEUTET INTRINSISCHE MOTIVATION?

Hier findest Du die größte Freude.

Bei der intrinsischen Motivation geht es um Lernen, Handeln und Arbeiten aus einem inneren Antrieb heraus. Jeder Mensch hat seine eigenen Wertvorstellungen und Ziele, auf die er seine Handlungen ausrichtet.

Ein intrinsisch motivierter Mensch freut sich über die ihm übertragene Verantwortung und schätzt diese.

Du findest einen Sinn in deinem Beruf und fühlst Dich erfüllt, mit dem was du tust. Du lernst gerne und hast ein großes und selbstbestimmtes Interesse, deine Ziele zu erreichen.

Wenn Du intrinsisch motiviert bist, dann machst Du eine Sache um ihrer selbst willen.

Die intrinsische Motivation ist die stabilste Form der Berufsmotivation.

Verglichen mit der extrinsische Motivation wird sie oftmals als besser bewertet, da sie einen langfristigeren Halt hat.

Intrinsisch Motivierte sehen ihre Aufgaben stets als spannend und herausfordernd an und lassen sich weniger von äußeren Faktoren beeinflussen.

Merkmale der intrinsischen Motivation:

  • Neugier
  • Fähigkeiten
  • Leistung
  • Wissen
  • Bewegung
  • Erfüllung  

6. WAS BEDEUTET EXTRINSISCHE MOTIVATION?

Hier haben die äußeren Faktoren das Sagen.

Bei diesen äußeren Faktoren stehen unter anderem Motive wie mehr Anerkennung, eine bessere Belohnung und mehr Macht als Führungskraft im Vordergrund.

Menschen, die extrinsisch motiviert sind, brauchen viel Lob und Anerkennung durch den Vorgesetzen und ihre Kollegen. Sie sind durch materielle Dinge, wie mehr Geld, eine Beförderung oder ein neues Auto, motiviert.

Statussymoble sind auf Grund der sozialen Anerkennung für sie sehr wichtig. Extrinsisch Motivierte setzen sich erst in Bewegung, wenn sie eine Belohnung dafür bekommen oder einen bestimmten Nutzen daraus ziehen können.

Ihr Handeln ist immer auf eine positive Konsequenz ausgerichtet und negative Auswirkungen werden strikt vermieden. Der extrinsisch Motivierte legt viel mehr Wert auf Stautssymbole, wie zum Beispiel, ein Firmenauto oder den Jobtitel, gegenüber dem intrinsisch Motivierten und hat daher viel mehr Angst dies durch eine Kündigung zu verlieren. 


Merkmale der extrinsischen Motivation:

  • Lob
  • Anerkennung
  • Angst
  • Identifikation
  • Zugehörigkeit
  • Status in der Gesellschaft
  • Erfolg
  • Macht
     

WIE LANGE HÄLT DEINE MOTIVATION?

Um das zu erfahren, darfst Du in dich gehen und dich fragen, welche Art dich motiviert. 

Du wirst immer mal wieder Tage haben, an denen Du voller Tatendrang bist und Dir alle Aufgaben leicht fallen. Dann wirst Du auch mal Tage haben, an denen gar nichts geht und du lustlos durchhängst.

Ich kann Dich aber beruhigen und Dir sagen, das Höhen und Tiefen normal sind und zum Leben dazugehören. Du brauchst dich in diesen Situationen nicht selbst schlecht zu machen.


Um solche Durchhänger schnell zu verabschieden und Deine Leistungen auf einen hohen Niveau zu halten, darfst Du herausfinden, welche Motivation für dich langfristig funktioniert. 


3 TIPPS FÜR DICH:

  1. Du kannst in dich gehen und dich zu den intrinsischen und extrinsischen Merkmalen selbst befragen. Bei welcher der beiden Motivationen findest Du dich wieder?
  2. Du kannst über eine bestimmte Zeit für dich selbst notieren, was dich in deinem Berufsalltag motiviert und was dichdemotiviert.
  3. Du kannst deine Vorgesetzen oder Kollegen fragen, in welcher der beiden Formen der Motivation sie dich einordnen würden. Diese Vorgehensweise hilft Dir, einen objetiven Blick zu bekommen und verschafft dir eine Reflexion durch andere über dich selbst.

WIE BLEIBST DU LANGFRISTIG MOTIVIERT?

Du darfst deine intrinsischen Motive über die extrinsischen Motive stellen.

Die intrinsische Motivation ist eine natürliche Motivation. Bist du intrinsisch motiviert, dann handelst du selbstbestimmer und freier, weil äußere Faktoren keinen Einfluss auf dein Handlen haben.

Selbstbestimmtheit und Freiheit sind ungemein wichtige Faktoren für’s Glücklichsein.

Oft fühlen wir uns nicht motiviert, weil uns äußere Faktoren leiten, die nur kurzfristig verlockend sind. Um diese Art der Motivation aufrecht zu erhalten, benötigst Du immer wieder neue Verlockungen wie mehr Lohn, eine Beförderung und Annerkennung, was auf Dauer jedoch nicht möglich sein wird. 

Die Angst und der Druck, die dich extrinsisch motivieren jede negative Konsequenz zu vermeiden, sind weder gute Berater noch gute Begleiter für dich in deinem Berufsalltag.

Fokussiere dich auf deine intrinsichen Motive und finde heraus, wofür deine Passion schlägt. 


FAZIT


„Es ist nicht leicht, das Herz vor dem Hirn zu gewinnen.“

(Simon Sinek)

  1. Frage dich, weshalb du ein Ziel erreichen möchtest. Nicht das wie ist entschiedend, sondern das warum.
  2. Äußere Faktoren machen dich nicht auf Dauer glücklich, wenn deine Aufgaben nicht deiner Passion entsprechen. Das ist auch der Grund, weshalb so viele Menschen so demotiviert sind. Sie machen die Verantwortung für das eigene Wohlbefinden von äußeren Faktoren abhängig.
  3. Der Zauber liegt im Inneren.
  4. Nimm dir Zeit und finde für dich heraus, was dich an deinem Beruf begeistert und wofür Du brennst. Dann wirst Du dir über deine Motivation keine Gedanken mehr machen.

Ich hoffe, dieser Beitrag inspiriert dich über deine Motivationsfaktoren nachzudenken.

 

Ich freue mich über dein Feedback und sage,

bis bald.

Cheers,

Deine Gosia

Beitragsbild: Adobe Stock

© SFIO CRACHO#105871619
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