11 Tipps, wie Du Ablenkungen besser steuern kannst und Deine Konzentrationsfähigkeit steigerst.


Gosia von Styp
11 Tipps, wie Du Ablenkungen besser steuern...
“Ein erfülltes Leben besteht nicht darin, es möglichst vollzupacken. Sondern darin, Unnötiges wegzulassen und die Dinge zu tun, die Dir Energie, Spaß und Sinn geben.”
— DR. MARTIN KRENGEL

Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass dieser Beitrag heute für mich geschrieben ist.

Seit einigen Monaten setzte ich mich in meinem stillen Kämmerlein immer wieder mit einem Thema auseinander:

Ich möchte effizienter arbeiten. Ich möchte, dass all die Informationsreize von außen mich unberührt lassen. Ich möchte mich auf das Wesentliche fokussieren; auf das, was mich meinem Traum näher bringt.

Und warum möchte ich das?

Weil ich einen sehr verantwortungsvollen Job habe und viele Menschen in Ihr volles Potenzial bringen will. Weil ich Dir in meinen Blog und Podcast jede Woche 100% liefern möchte. Weil ich gerade an meinem Traum arbeite. Dieser Traum ist so groß, dass ich dafür nicht nur mein Gehirn benötige, sondern auch meinen Körper und meine Seele gesund fühlen und haben möchte. 

Es war einmal eine besonders aufregende Entwicklung, die uns Menschen auf der ganzen Welt verbinden sollte. Eine Entwicklung, die von jedem bewundert wird, die exponentiellen Wachstum bringt und über die jeder von uns überaus erfreut ist.

Diese Entwicklung trägt den Namen „Internet“ und gibt uns E-Mails, Smartphones, Facebook, Instagram, Newsletter, Livestreams und ermöglicht es uns zudem, immer informiert und erreichbar zu sein.

Diese Entwicklung ist so aufregend, dass jeder von uns sehr viel Zeit mit ihr verbringt und sie stets ganz nah bei sich haben möchte.

Eines Tages sprach das Internet zu mir und sagte: „Komm Gosia, nutze mich mehr! Das ist noch nicht der ganze Kuchen, da ist noch mehr!“

Und so machte Gosia sich auf und antwortete natürlich immer sofort, sobald das Internet mit ihr sprach. Sie reagierte unverzüglich auf eingehende Mails, hatte das Handy immer bei sich, mit dem Selbstanspuch, immer alles richtig machen zu wollen. 

Sie machte sich sogar in der Abenddämmerung auf, um noch eine Mail beantworten, nochmal die Likes zu checken und nochmal die Welt zu retten.

Doch eines Tages wurde Gosia müde, fühle sich schlapp, konnte sich nicht mehr sonderlich lange konzentrieren und bekam das Gefühl, dem Internet nicht gerecht zu werden.

So machte sie sich also auf die Suche zu sich selbst. Sie suchte und kämpfte, stoß viele Reiter vom Pferd und plötzlich erkannte sie, was wirklich zählt. 

Und die Moral der Geschicht, höre auf Dein Körper und nehme dir Zeit für Dich.


Die Überforderung, die sich durch die Informationsflut bei mir ausgebreitet hatte, brachte mich dazu, mich mit mir zu beschäftigen und genau hinzuschauen, welche meiner Verhaltesweisen Suchtpotenzial aufwiesen. 

Da die meisten Menschen ungerne über nicht so schöne Eigenschaften sprechen, denken wir oft, wir wären die Einzigen mit unschönen Eigenschaften, die einzigen die so sind. Dem ist aber nicht so! Deshalb habe ich beschlossen, diese Erfahrung mit Dir zu teilen und Dir Tipps zu verraten, die mir wirklich geholfen haben.


ALLTAGSSITUATIONEN…


Sicherlich ist die folgende Situation nicht unbekannt: Du hast heute eine besonders wichtige Aufgabe zu erledigen. Du setzt dich motiviert vor Deinen PC und plötzlich kommen Dir Gedanken, die wunderbare Ideen mitbringen, wie zum Beispiel lieber etwas anderes zu tun? Das Handy in die Hand zu nehmen, die gerade eingegangene Mail zu lesen und schwupps bist Du der Ablenkung verfallen.

Oder Du sitzt an Deiner Aufgabe und plötzlich öffnet sich das Facebook Fensterchen. Du öffnest es, denn Du bist neugierig und liest Dir den Post durch. Und wenn Du schon dabei bist, liest Du auch noch alles andere, was Dir schnell beim scrollen erscheint. Dann postet noch jemand ein cooles Youtube Video und das darfst Du auch nicht verpassen, oder?

Schnell sind 2-3 Stunden vergangen. Du schaust auf die Uhr und denkst Dir: „heute bin ich schlecht. Nicht effizient, abgelenkt und total unproduktiv.“ Nicht wahr?

Als Führungskraft kennst Du sicherlich auch die Situation, Dir in Deiner Pause nur schnell was zu Essen zu holen, es Dir vor dem PC in den Magen stopfst und dabei auch noch Deine Mails liest und beantwortest? 

Und das beste kommt wie immer zum Schluss: Sogar in deiner offiziellen und gesetzlichen Ruhephase, in Deinem Urlaub, bist Du erreichbar und wirst dem Gefühl ausgeliefert, immer reaktiv sein zu müssen, weil Du was wichtiges verpassen könntest.

Mit ging es auch so, bis ich verstanden habe, was ich mir damit antue. Das alles ist wirklich nicht gesund. Nicht für Deinen Körper, nicht für Deine Seele und vor allem nicht für dein GEHIRN.

Die digitale Revolution verändert Dich und mich. Jeder, der Herr seines Kopfes sein und bleiben möchte, sollte sich dessen bewusst werden.


Schauen wir uns die Folgen an, die aus dieser ständigen Erreichbarkeit, des ständigen Online Seins und der ständigen Flut von Informationen entstehen:

  1. Dein Kopf hat keine Ruhepausen und dadurch kaum Energie, um richtig zu funktionieren.
  2. Du kannst Dich nicht mehr richtig und lange konzentrieren. Das Buchlesen am Abend funktioniert nicht mehr, oder Du liest es so flüchtig und zerstreut, dass Du nichts von dem gelesenen richtig behalten oder verarbeiten kannst.
  3. Du kannst Dich nicht mehr richtig fokussieren und verspührst ständig eine innere Unruhe.
  4. Du bist ständig müde und weißt nicht, warum.

Das sind lediglich die sichtbaren Folgen, die ich täglich bei sehr vielen Menschen beobachte und auch bei mir ganz klar erkennen konnte. Die langfristigen und versteckten Folgen, können wir uns noch nicht mal ausmalen.


WAS MACHEN WIR DEN NUN MIT DEN GANZEN INFORMATIONEN?


Du solltest wissen, dass Dein Gehirn RUHEPAUSEN braucht.

So wie bei dem Handy oder PC der Akku auch mal leer geht, so geht auch die Energie deines Gehirn leer. 

Immer erreichbar zu sein schlaucht sehr viel Energie. Alle Aufgaben, die Du nicht im Autopilot – Modus erledigst, beanspruchen weitaus mehr Energie. Machen wir uns mal die Vorgänge bewusst, welche ablaufen, wenn Du nur EINE Mail liest:

  1. Du darfst die Mail aufmerksam lesen.
  2. Du darfst die Mail verstehen und nachdenken, was Du damit machst.
  3. Du darfst dich mit eventuell noch offenen Fragen beschäftigen.
  4. Du darfst vielleicht delegieren oder informieren.
  5. Du darfst Entscheidungen treffen.

Und das ist nur eine kurze Zusammenfassung zur einer einzigen Mail. Als Führungskräfte bekommen wir pro Tag jedoch ein paar mehr davon. Hier dürfte Dir klar werden, wieviel Energie Du als Führungskraft dafür verbrauchst und wie essenziell Ruhepausen für Deinen Kopf sind. 

Solange wir unserem Gehirn und uns ganzheitlich von all den Massen an Informationen keine Ruhepausen gönnen, werden zuerst die Folgen der Zerstreutheit sichtbar und am Ende stehen dann vermutlich die Trendkrankheit Burnout oder Depressionen.


11 Tipps, was Du für Dich dagegen tun kannst:


1. Bestandsaufnahme

Mache ein Check bei Dir und beobachte Dich. Wie gehst Du als Führungskraft mit all den digitalen Anforderungen um? Bist du auch immer erreichbar und ständig am Handy? Sei da ganz ehrlich zu dir und schaue, welche Auswirkungen bei Dir da sind. Erst wenn du weißt, was auf Dich zutrifft, kannst du Mittel finden, für Dich an den Dingen zu arbeiten.


2. Lege Dir Email, Social Media und Handyzeiten fest.

Strukturiere Dich in der Flut der Informationen. Schaffe Dir dadurch Freiräume für Dich. Morgens solltest Du die ersten ein bis zwei Stunden nicht an Dein Handy gehen. Sind zwei Stunden zuviel verlangt? Dann starte mit einer! 😉

Lege Dir bestimmten Zeiten fest und halte Dich für zwei Wochen daran. Du wirst erstaunliche Resultate in Deinem Wohlbefinden und Deiner Effizient feststellen.


3. Gönne Dir Ruhepausen.

Gehe jeden Tag 30-60 Minuten spazieren und nehme Dein Handy nicht mit. Mache alle 90 bis 120 Minuten eine 10-15 minütige Pause, in der alle elektrischen Geräte aus sind. Wiederhole es mindestens zwei Wochen und beobachte, was es mit Dir macht. Das kannst Du auch wunderbar auf Arbeit ausprobieren, Dein Gehirn mal zu entspannen und mit Dir zu sein. Das lässt Dich wieder viel motivierter und konzentrierter an Deine Aufgaben zurückkehren.


4. E Mail Ordner strukturieren

Falls Du es noch nicht getan hast, dann lege Dir Ordner fest. Die Struktur kannst Du nach Deinen Gewohnheiten organisieren. Wichtige, unwichtige und langweilige Ordner. So verschaffst Du Dir einen Überblick über die Prioritäten und kannst alles andere entspannt ignorieren. 

Da unserer Kopf nicht unendlich Energie hat, sollten wir diese nur für die wichtigen Aufgaben verwenden.


5. Hände weg von Multitasking 

Multitasking – das war immer „die Fähigkeit der Frauen“. Wir können Emails lesen, gleichzeitig telefonieren, zwischendurch WhatsApp Nachrichten beantworten und unser Schreibtisch aufräumen. Warum wir uns damit nicht schmücken sollten, werde ich gleich erklären. Laut Nicolas Carr zerstört Multitasking Nachdenklichkeit und Reflexion und deformiert unser Denken. 

Unser Gehirn kann sich nur auf eine Aufgabe konzentrieren. Sprich, es springt innerhalb von Millisekunden von Aufgabe zu Aufgabe und wir nehmen es so wahr, als könnten wir Dinge gleichzeitig tun. Doch so ist es nicht. Indem Dein Gehirn hin und her hüpft, entstehen Verzögerungen und die Details gehen flöten. Also, mit Stolz und voller Überzeugung eins nach dem anderen erledigen und Du bist schneller, genauer und effizienter.


6. Lege Deine Hochtouren Zeiten fest

Sobald du weißt, wann Du auf Hochtouren arbeitest und wann Du am besten Inhalt verarbeiten kannst, kannst Du Dich danach organisieren. Die meisten Menschen sind morgens richtig fit, aber Du bestimmst Deine Zeiten und Dein Tempo für dich selbst. Auch ich mache meine Content Sachen am liebsten in der Zeit von 7:00-12:00. Währenddessen lasse ich oft mein Handy lautlos und lege los.

Da es Deine produktivsten Zeiten sind, schaffst Du so einfach viel mehr, ohne das es anstrengend für Dich ist.


 

7. Imaginärer Schreibtisch

Ich weiß nicht mehr, wo ich es gelesen habe, es hat mir aber sehr geholfen. Besonders, wenn Du eine bestimmte Aufgabe zu erledigen hast und Ablenkungen vermeiden möchtest. 

Stelle Dir vor, Du sitzt vor einem imaginären Schreibtisch, bei dem Du Deine Aufgaben in Ablagefächern ablegen kannst. Das Feedbackgespräch mit einer Mitarbeiterin kommt in das Ablagefach in 4 Wochen, die Organisation des Projekts in das der nächsten Woche  und so weiter. So schaffst Du Dir gedanklich einen Freiraum, um Dich komplett auf Deine wichtige Aufgabe fokussieren zu können. So verhinderst Du Störungssignale im Unterbewusstsein und kannst Deine volle Konzentration auf Deine Aufgabe ausrichten. 

Achte nur darauf, dass Du Dir realistische zeitliche Fristen setzt, Dir genug Raum lässt und diese dann auch umsetzt. Für Dein Gehirn bedeuten unerledigte Aufgaben Stress. Zudem lassen sie Dich unwohl fühlen und bringen Dich in Disharmonie. 


8. Fernsehen und Nachrichten weglassen

Wir lenken uns von Stress mit Stress ab. Paradox, oder?

Lasse den Fernseher und die Nachrichten für unsere berühmten zwei Wochen mal weg und lese lieber ein gutes Buch, gehe spazieren, male etwas schönes, koche etwas leckeres oder höre einfach nur schöne Musik.  Du wirst Wunder erleben, sobald Du nach zwei Wochen Abstinenz wieder einschaltest und BEWUSST wahrnimmst, was alles auf Dich einprasselt. 


9. Klare Kommunikation Deiner Erreichbarkeit

Kommuniziere klar an Dein Umfeld, wenn Du nicht mehr immer erriechbar sein möchtest. Das ist Dein gutes Recht. Sobald Deine Freunde und Familie wissen, was es für Dich bedeutet, wird sich Dein Alltag auf Deine Wünsche einstellen. 


10. Schlafe ausreichend

Beobachte Dich, wieviel Schlaf Du brauchst, um Dich gut zu fühlen. 6-8 Stunden ist der Durchschnitt bei den meisten Menschen. Ausgeschlafen und fit zu sein, erleichtert Dir bei Dir zu bleiben, konzentrierter zu sein und einfach effizienter durch den Tag zu gehen.


11. Meditation

Meditation hat mein Leben so positiv beeinflusst, wie ich es mir niemals hätte vorstellen können. 

In der Meditation übst Du die Achtsamkeit und Deine Konzentrationsfähigkeit. Du lernst, für ein paar Minuten nur mit Dir im Hier und Jetzt zu sein und deinen Geist zu beruhigen. Dabei konzentrierst Du Dich auf Deinen Atem, Deinen Körper und beobachtest, ohne zu bewerten. 

Du bist in dieser Zeit nur mit Dir verbunden und es ist wie ein mentaler Spa Gang. Ich kann Dir diese Methode wirklich nur empfehlen, denn durch regelmäßiges meditieren, wirst Du erhebliche Veränderungen wahrnehmen und Dich viel besser fühlen.


Internet hat Unmögliches möglich gemacht. 

Zuviel davon ist jedoch nicht gesund. FÜR DICH Struktur und klare Grenzen zu setzen, wird Dich befreien und Dich besser fühlen lassen. 

Wir sollten gerade in der digitalen Zeit lernen, Internet und die Infromationsflut für uns zu nutzen anstatt gegen uns.

Du darfst der Herr oder die Herrin Deines Kopfes sein.


Wie sind Deine Methoden, um mit dieser digitalen Informationswelt umzugehen? Vor welche Herausforderungen stehst Du?

Ich würde mich riesig freuen, wenn Du Deine Erfahrung mit mir teilst und wir uns austauschen können.

Fühl Dich umarmt und ich sage wie immer:

Cheers, 

Deine Gosia

© Sergey Nivens#158816115
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